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AWAY FROM LIFE im Interview!

(v.links) Simon (Gründer) und Franz von Away from Life
(Photo by: Michelle Olaya von xmdmxhcx photos )

Too punk for hardcore, too hardcore for punk! AWAY FROM LIFE ist ein Hardcore und Punk-Rock Magazin mit täglichen News, Interviews, Reviews und Berichten, das 2015 ins Leben gerufen wurde. Alle AWAY FROM LIFE Autoren schreiben in ihrer Freizeit von der Szene für die Szene, mit dem Ziel über die Subkultur Hardcore / Punk zu informieren & zu unterhalten. AWAY FROM LIFE möchte Bands und Menschen unterstützen, die den DIY-Gedanken in sich tragen und die Hardcore-Punk Szene so am Leben erhalten.  Der Gründer Simon und Gunnar standen uns bei einem Interview Rede und Antwort.

Seit wann existiert das Magazin AWAY FROM LIFE? Wie viele Personen wirken mit? Wie sieht euer Angebot aus?

Simon: AWAY FROM LIFE ist ein Hardcore-Punk Zine, dass ich im Dezember 2014 „gegründet“ habe. Also uns gibt es mittlerweile schon ganze drei Jahre – wie die Zeit vergeht! Nach ein paar Monaten kam dann Flo hinzu und wir schrieben gemeinsam die ersten Artikel, führten Interviews und besprachen neue Veröffentlichungen in Reviews.

 

Ende 2015 bekam ich dann einen Anruf aus Hannover und ich lernte Gunnar kennen, der ebenfalls Lust hatte bei uns mitzuwirken. Gunnar war im Gegensatz zu mir vorher bereits schon bei einem Online-Magazin tätig und brachte AWAY FROM LIFE mit seinen Ideen und Kontakten gut voran.

 

Gunnar: Das ist ja dann wohl mein Stichwort! Ja, wie der Simon gerade schon sagte, stieß ich im Jahr 2015 dazu. Ich schrieb seinerzeit noch für ein anderes Magazin, welches sich vorwiegend dem Metal verschrieben hatte. Ich war dort für die Punk- und Hardcore-Sparte zuständig, in welcher ich mich auch privat bewege. Während meiner News-Recherchen stieß ich dann irgendwann auf AWAY FROM LIFE und umso öfter ich auf der Seite war, desto klarer wurde mir, dass das genau das Magazin ist für welches ich immer schreiben wollte! Politisch und genretechnisch genau meine Schiene - also schnappte ich mein Telefon und schon war ich mit dabei!

 

Simon: Ja und so wuchsen wir über die Zeit dann weiter. Gerade in den letzten Monaten haben wir noch ordentlich Zuwachs bekommen und sind zu einem richtigen Team gewachsen. Mittlerweile sind wir knapp 25 aktive Mitglieder aus ganz Deutschland, die Artikel verfassen, Bilder knipsen oder an der Website werkeln. Das ist natürlich mega cool, da AWAY FROM LIFE schon immer als Kollektivsache gedacht war und es im Team ja eh viel mehr Spaß macht als alleine.

 

Wir bieten den Lesern täglich kostenfreie Inhalte an, die wir in unserer Freizeit als Hobby erstellen. Seien es News-Beiträge zu anstehenden Veröffentlichungen oder Tourneen, Reviews, Interviews, Berichte, Bilder oder Videos. Seit drei Jahren richten wir außerdem jährlich unser Zine Festival – das Stäbruch Festival – aus.

 

 

"Ich wollte einfach meine Leidenschaft für Hardcore-Punk

 teilen und über Musik berichten, die mir etwas bedeutet."

-Simon

 

 

Was war der Beweggrund für ein eigenes Magazin?

Simon: Ich hatte das Magazin damals gegründet, da es um meiner damaligen Band ein wenig ruhiger wurde und ich mich selbst dennoch irgendwie in die Szene einbringen wollte. Da ich damals noch ein Thema für meine Bachelorarbeit suchte, fasste ich den Entschluss meine Abschlussarbeit gleich einmal über ein Online-Magazin zu schreiben, was ich dann mit AWAY FROM LIFE analog direkt umsetzte. Ich hatte zuvor noch absolut null Erfahrung in der Website-Programmierung und hab zuvor auch noch nie redaktionelle Inhalte geschrieben. Es wurde quasi „von null“ auf gestartet und einfach losgelegt. Ich wollte einfach meine Leidenschaft für Hardcore-Punk teilen und über Musik berichten, die mir etwas bedeutet. Ich hatte damals in meiner Studienzeit auch einfach zu viel Zeit, die ich zumindest ein wenig sinnvoll nutzen wollte, haha.

 

Gunnar: Tja, warum gründet man ein Magazin bzw. wird ein Teil dieses? Ich glaube, weil man einfach seine Leidenschaft nach außen tragen und der Szene sowie der Musik etwas zurückgeben möchte. Die Beweggründe sind ähnlich wie die eine Band zu gründen. Man hat Spaß daran und möchte halt auch ein aktiver Teil der Szene sein. Und da meine Band-Versuche leider alle kläglich gescheitert sind, bringe ich mich halt so ein. Man muss aber auch dazu sagen, dass es nicht ganz uneigennützig ist. Denn ich genieße es schon sehr, ab und an auch mal meine „Stars“ persönlich kennen zu lernen. Auch wenn das mal negative Erfahrungen sein können, ist das einfach spannend und manchmal auch etwas aufregend.

 

 

Warum gibt es euer Zine nicht als Print-Format?

 

Simon: Eine gedruckte Ausgabe von AWAY FROM LFIE war schon immer ein kleiner Traum von mir! Wir hatten schon einmal ein Print-Format geplant, das im Sommer dann leider ein wenig ins Stocken geraten ist. Ein Printformat setzt natürlich auch immer ordentlich Arbeit und auch Ressourcen voraus. Man muss die Inhalte planen, das Zine gestalten, Kohle vorstrecken um die Zines drucken zu lassen, Vertriebe finden und und und.

 

Wir werden das Projekt gedrucktes Zine demnächst aber wieder angehen und wenn alle Strukturen dafür geschaffen sind, auch eine gedruckte Zine von AWAY FROM LIFE anbieten. Ich hoffe, dass wir dazu im Frühling 2018 mehr sagen können.

 

Gunnar: Das hoffe ich auch, denn einmal seine Sätze und Worte in einem gedruckten Magazin lesen zu können ist auch ein Traum von mir. Ich habe aber auch Respekt vor der Arbeit, die damit einhergeht. Denn wie Simon schon meinte sind Printformate nicht mit Onlineformaten vergleichbar. Ich selber bevorzuge auch immer Print, aber leider ist mit dem jähen Ende des PUNKROCK! auch meine Leseheimat gestorben und so wechsele ich nun immer zwischen OX und PLASTIC BOMB; je nach den Themen.

 

 

"Ich selber bevorzuge auch immer Print, aber leider ist mit dem jähen Ende des PUNKROCK!

 auch meine Leseheimat gestorben..."
- Gunnar

 

 

AWAY FROM LIFE trägt den DIY-Gedanken. Wie viel Arbeit und Zeit steckt hinter diesem Zine?

 

Simon: Man könnte in das Zine wirklich endlos Zeit stecken. Es steckt auch schon wirklich viel Arbeit dahinter, wobei Arbeit eigentlich das falsche Wort ist, weil es ja wirklich ein Hobby ist und wir es alle ja nicht machen, weil wir es machen müssen, sondern weil es Spaß macht. Ich veröffentlichte Beiträge bevor ich auf die Arbeit gehe und Abends wenn ich nachhause komme, geht es weiter. Viel Zeit in Anspruch nimmt auch das Beantworten von E-Mail. Da kommen an einen Tag schon mal gut und gerne 50 Mails zusammen, die man neu in seinen Posteingang bekommt. Es wird einem hier auf jedem Fall nie langweilig und das ist auch gut so

 

Gunnar: Ich kann da Simon nur beipflichten...von Arbeit darf man hier wirklich nicht reden. Aber wie er ja auch schon sagte, steckt da wirklich Zeit drin, aber eben Zeit die Freude bereitet. Ich selber musste aus persönlichen Gründen in letzter Zeit alles etwas zurückfahren. Aber ich hoffe, dass ich bald wieder aktiver schreiben kann.

 

 

Gibt es besondere Berichte oder Interviews die heute noch ein MUSS zum Lesen sind?

 

Simon: Auf jeden Fall! Interviews sind auch nach Jahren noch interessant – vielleicht sogar oft spannender zu lesen als wenn sie gerade veröffentlicht wurden. Ich denke da zum Beispiel an unsere Interviews mit Vinnie Stigma von AGNOSTIC FRONT oder Aaron Bedard von BANE, die wir auf ihrer Abschiedstour interviewten. Das waren für uns damals natürlich schon riesen Highlights, dass wir als kleines, neugegründetes Magazin solche Szenegrößen interviewen durften.

 

Gunnar: Schaut euch doch einfach mal auf unserer Seite um und findet über die „Zufällig-Suchfunktion“ eure Lieblingsberichte selbst heraus. Die könnt ihr uns auch gerne mal nennen und vielleicht schauen wir dann mal, dass wir nach einer gewissen Zeit ein Folgeinterview mit der Band oder der Person hinbekommen.

 

 

 "DIY ist ja nicht nur irgendeine Floskel, sondern sollte auch gelebt werden!"

- Simon

 

 

Seit 2015 veranstaltet ihr das Stäbruch Festival. Erzählt uns wie es dazu kam? Gibt es eine Story darüber?

 

Simon: Ich habe schon früher immer wieder vereinzelt Shows gebucht und bei mir in der Heimat, Untererthal, gibt es eine recht schöne Halle, bei der gelegentlich Partys mit DJs oder „Party-Bands“ sind. Daniel und ich kamen dann auf die Idee, dass man den Jugendlichen hier auch einmal eine andere Alternative aufzeigen könnte und wollten ihnen mit unserem Stäbruch Festival Hardcore-Punk Musik näherbringen. Es macht auch einfach Spaß Bands zu buchen und Dinge allgemein selbst umzusetzen. DIY ist ja nicht nur irgendeine Floskel, sondern sollte auch gelebt werden. Seit 2015 hat sich dann auch ein ziemlich festes Helferteam gebildet, was natürlich dann umso mehr Spaß macht – alleine lässt sich so ein unkommerzielles Festival ja nicht umsetzten.

Euer Fazit zu Stärbruch-Festival 2017! Was gibt es neues für 2018?

 

Simon: Ich persönlich empfand das Stäbruch Festival 2017 als riesen Erfolg! Wir haben auch sehr viel positives Feedback herangetragen bekommen. Sei es von den Zuschauern oder Bands. Das natürlich ein super Gefühl, dass sich die viele Arbeit, die man in das Festival gesteckt hat, auch lohnt und jede/r zufrieden war. Wir waren auch fast ausverkauft! Wir wollen das Festival auch 2018 weiterfortsetzen und hoffen, dass wir Anfang 2018 die ersten Infos verkünden können.

 

 

Sucht ihr noch Unterstützung? Wer kann alles bei euch mit machen? Welche Voraussetzung muss man mitbringen?

 

Simon: Da wir mittlerweile um die 25 Mitglieder sind, suchen wir eigentlich nicht mehr direkt Verstärkung. Aber klar können uns Leute, die Lust haben sich aktiv einzubringen, immer melden und ihre Ideen vorstellen. Wenn Leute sehr schreibgewandt sind, Ideen für neue Inhalten haben, ihre eigene Rubrik starten wollen, freuen wir uns natürlich weiter über Zuwachs. Wo wir noch ein wenig Nachholbedarf haben, ist auf Leute, die Lust haben Konzerte mit zu filmen und Videointerviews zu machen. Wenn Personen nur ab und an Beiträge veröffentlichen wollen und dafür eine Plattform suchen, kann man uns auch immer anschreiben. Gastbeiträge veröffentlichen wir natürlich immer gerne!

 

Gunnar: Das Thema Gastbeiträge möchte ich hier nochmal besonders hervorheben, denn das ist eine wirklich tolle Idee, wie ich finde. Wenn nämlich jetzt z.B. dir mal was ganz besonders unter den Nägeln brennt und du der Meinung bist, dass das auch andere interessieren könnte, dann setz dich einfach hin, schreib den Artikel und schick ihn mir (gunnar@awayfromlife.com). Wenn er dann in unser Raster passt, veröffentlichen wir das Ding. Gerne auch mit deinem Namen oder eben über ein Pseudonym...wie du magst.

 

Es sollte sich eben nur irgendwie um die Szene, die Musik oder den politischen Lebensstil drehen.
Selbstredend kannst du mir auch erstmal nur deine Idee schicken.

 

Ich finde das halt so toll, weil ich früher auch immer mal wieder Lust hatte einen Text zu verfassen und ihn mit der Welt zu teilen. Dafür fehlte mir aber immer die richtige Plattform und ich wollte auch nicht dauernd Leserbriefe an die MoPo senden! Hahaha!

 

 

"Aber ich hoffe doch in einer sozial gerechteren Welt,

in der die Menschen andere Lebewesen akzeptieren wie sich selbst

und den Gegenüber wieder mehr zu schätzen wissen

...egal welche Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder sexuelle Ausrichtung er oder sie hat!"

- Gunnar

 

 

Was sind eure weiteren Pläne für 2018 und wo sieht sich AWAY FROM LIFE in 10 Jahren?
Simon: Stillstand ist der Tod – wir wollen uns natürlich immer weiterentwickeln, um den Lesern noch bessere Inhalte zu bieten. Philipp, unser Programmierer, werkelt gerade an ein paar neue Features, die wir Anfang 2018 auf die Website integrieren wollen. Ich möchte noch nicht zu viel verraten, aber es wird wirklich cool!

 

Allgemein suchen wir immer nach Möglichkeiten, um Hardcore-Punk weiter zu supporten – in welcher Form auch immer! Wo wir uns in zehn Jahren sehen, kann ich nicht wirklich beantworten. Die Antwort würde bei jedem von uns wohl auch anders aussehen. Ich habe auf jeden Fall das Gefühl, dass es uns auch in zehn Jahren noch geben wird. AWAY FROM LIFE ist nicht eine Sache, die ein paar Jahre läuft und dann zu Ende gehen soll. Es ist ein langfristiges Projekt, das sich weiterentwickeln soll. Ich habe allgemein viele Ideen und Zukunftspläne. Mal schauen wie sich das Ganze irgendwann umsetzten lässt.

 

Gunnar: Wo ich AWAYFROMLIFE in zehn Jahren sehe, kann ich auch nicht wirklich sagen. Aber ich hoffe doch in einer sozial gerechteren Welt, in der die Menschen andere Lebewesen akzeptieren wie sich selbst und den Gegenüber wieder mehr zu schätzen wissen...egal welche Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder sexuelle Ausrichtung er oder sie hat!
Ich kann aber sagen was ich mir und AWAYFROMLIFE in 2018 zum Ziel gesetzt habe. Und zwar, dass man das Team öfter mal persönlich zusammen bringt. Denn bisher läuft das meiste über Mails und das persönliche ist doch viel schöner! Das soll heißen, dass man mal gemeinsame „Aktivitäten“ plant und durchführt und wenn die Aktivität nur in ein paar Festivalbieren endet!

 

Simon: Da stimme ich Gunnar vollkommenden zu – das wäre wirklich klasse! Ich kenne bisher geschätzt auch nur 75 Prozent persönlich, was sich dringend ändern muss. Man merkt ja so schon immer, dass man auf der gleichen Wellenlänge schwebt, deshalb steht der Punkt ganz groß auf der To-Do-List!

 

 

Derzeit läuft bei euch die Aktion Best-Of 2017! Worum geht es da genau?
Gunnar: In dieser Rubrik wollen wir mal das Team etwas mehr in den Vordergrund stellen. So stellt an jedem Tag ein anderes Team-Mitglied seine musikalischen Höhepunkte des fast abgelaufenen Jahres vor. Neben den Lieblings-Veröffentlichungen, den besten Konzerten und Festivals erfährt man aber auch noch etwas über die Person selbst. So erfährt man auch mal wie lange sie schon ein Teil von AWAYFROMLIFE ist oder was sie so antreibt. Ich für meinen Teil kann es nur empfehlen und es ist bereits jetzt sowas wie mein privater kleiner Adventkalender geworden.


Nennt uns Eure Höhepunkte aus 2017?

 

Gunnar: Da mein Artikel in der vorher genannten Rubrik noch veröffentlicht wird, möchte ich nun nichts vorweg nehmen...also schaut einfach täglich bei uns vorbei und lest unsere Best-Of Rubrik. Irgendwann werdet ihr dann erfahren, was meine Höhepunkte waren! :-)

 

Simon: Mein Artikel kommt auch erst am 21. Dezember und möchte da auch nichts vorneweg nehmen :-) Viele von uns haben ihre Höhepunkte aber schon veröffentlicht und auch die Leser-Umfrage läuft auf Hochtouren, bei der man übrigens auch richtig was gewinnen kann!

 

Wir bedanken uns bei Away from Life für das Interview und wünschen Euch weiterhin viel Erfolg mit dem eZine!


Links:
https://www.awayfromlife.com
https://www.facebook.com/AwayFromLifeZine

Gewinnspiel:
https://www.awayfromlife.com/best-of-hc-punk-2017/

 

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